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  • Nina Colette

Aufklärungsgespräch über eine laparoskopische Cholezystektomie

Aktualisiert: Juni 8


Im Folgenden Text haben wir Ihnen verschriftlicht, wie Sie Ihre Patienten in der medizinischen Fachsprachprüfung (FSP) über diesen Eingriff aufklären können. Bitte beachten Sie, dass wir die Aufklärung sehr detailliert beschreiben. Da die Zeit in der Prüfung begrenzt ist (20 Minuten), sollten Sie prüfen, wie schnell Sie sprechen und wie viele Informationen Sie aus unserer Aufklärung in Ihrer Prüfung verwenden können.


Was ist eine laparoskopische Cholezystektomie?


Die laparoskopische Cholezystektomie ist eine Form der Entfernung der Gallenblase. Sie hat die offene Cholezystektomie weitestgehend abgelöst und ist inzwischen eine Standardoperation in der minimal-invasiven Chirurgie.


Wie wird dieser Eingriff durchgeführt?


Um diesen Eingriff durchführen zu können, werden wir Sie in eine Vollnarkose versetzen. Sie werden bei diesem Eingriff also nicht bei Bewusstsein sein und somit nichts davon spüren. Dann werden wir Einstiche in Ihren Bauch durchführen, durch die wir Ihre Bauchhöhle mit Kohlendioxid auffüllen. Das machen wir, damit Ihre Bauchdecke angehoben wird, um reichlich Platz für die Übersicht mit der Kamera, sowie dem Arbeiten mit den Operationsinstrumenten zu schaffen.


Unter Beobachtung mit der Kamera werden wir drei kleine Instrumente entlang Ihres Rippenbogens einführen. Mit diesen eingeführten Instrumenten wird die Gallenblase entfernt.


Damit die Wundflüssigkeit und gegebenenfalls eine Nachblutung abfließen und kontrolliert werden kann, werden wir Ihnen einen Schlauch legen, eine sogenannte Drainage. Im Anschluss wird die Wunde genäht und das war es auch schon. Der Eingriff dauert ca. eine Stunde.


ZUSATZ: auch akut entzündete Gallenblasen können laparoskopisch entfernt werden. Dabei wird die entzündete Gallenblase vor dem Entnehmen von einem elastischen Körbchen umhüllt, um bei eventuellem Durchstoßen des Gewebes die Kontamination der Bauchhöhle mit Galle und Eiter zu verhindern.


Was muss der Patient vor der Operation beachten?


Bitte beachten Sie, dass Sie vor der Operation nüchtern sein müssen. Wie lange genau Sie vor der Operation nichts essen dürfen, wird unser Narkosearzt (Anästhesist) noch im Detail mit Ihnen besprechen.


Welche Komplikationen können während des Eingriffs auftreten?


Eine Darstellung aller möglichen Komplikationen geht an dieser Stelle zu weit. Sie werden vor der Operation noch ganz genau über den Eingriff aufgeklärt. Was ich Ihnen sagen kann, ist, dass es prinzipiell bei jeder Operation zu einer Infektion kommen kann. Sollte das der Fall sein, kann das bedeuten, dass wir Ihnen Medikamente gegen die Infektion geben müssen. Auch Blutungen können auftreten, in diesem Fall kann es sein, dass Sie von uns eine Bluttransfusion erhalten. Was ich Ihnen versichern kann, ist, dass es extrem selten zu einer Verletzung eines benachbarten Organs wie der Leber, des Hauptgallenganges, von Blutgefässen, des Darmes oder Magens kommt.


Wie lange muss der Patient im Krankenhaus bleiben?


Wenn bei dem Eingriff alles gut läuft, bleiben Sie zwei Tage zur Beobachtung bei uns im Krankenhaus. Sollten doch Komplikationen auftreten, wovon ich nicht ausgehe, kann sich die Dauer Ihres Aufenthaltes auf ungefähr sieben Tage verlängern.



Liebe Ärztinnen und Ärzte, denken Sie bei einem Aufklärungsgespräch immer daran, dass Ihr Patient vermutlich verängstigt ist vor dem Eingriff. Seien Sie also verständnisvoll, wenn er oder sie viele Rückfragen stellt. Mit einer ruhigen Art und empathischem Auftreten, bleiben auch Ihre Patienten ruhig und Sie beenden das Gespräch positiv.


Wir hoffen sehr, dass wir Ihnen mit diesem Beitrag weiterhelfen und stehen Ihnen für Fragen und Anregungen jederzeit gerne zur Verfügung!


Unser Video zum Thema finden Sie hier:





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