• Nina Colette

Das ärztliche Vorstellungsgespräch: Standardfragen


Einer der wichtigsten Schritte auf Ihrem Weg zur Karriere als Arzt in Deutschland ist das Vorstellungsgespräch. Wenn Sie zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wurden, bedeutet das, dass Ihre Bewerbungsunterlagen dem Klinikum gut gefallen haben. Nun geht es darum zu beweisen, dass Ihr Lebenslauf auch hält, was er verspricht und dass Sie auch von Ihrer Persönlichkeit her für die Stelle geeignet sind.


In unserem letzten Blogbeitrag haben wir bereits wichtige Informationen rund um das ärztliche Bewerbungsgespräch für Sie zusammengefasst. In diesem Blogbeitrag bekommen Sie nutzvolle Tipps dafür, wie Sie sich während des Bewerbungsgesprächs in Deutschland verhalten und wie Sie Standardfragen beantworten sollten.


Sehen Sie sich hierzu zuerst unser Video “Das Vorstellungsgespräch // Standardfragen” an.


Tipps zum Vorstellungsgespräch im Krankenhaus:

1. Die Begrüßung

Informieren Sie sich im Vorfeld darüber, wer das Bewerbungsgespräch mit Ihnen führen wird und merken Sie sich die Namen Ihrer Gesprächspartner. Auch die Namen der Mitarbeiter vom Chefarzt-Sekretariat sind wichtig, da Sie höchstwahrscheinlich auch mit Ihnen zu tun haben werden. Begrüßen Sie Ihre Gesprächspartner höflich und bedanken Sie sich für die Einladung. Bringen Sie zum Ausdruck, wie sehr Sie sich darüber gefreut haben, aber übertreiben Sie nicht mit Ihrer Euphorie.


2. Möchten Sie etwas trinken?

Das Annehmen eines Getränks ist ein Zeichen von Höflichkeit und sozialer Kompetenz. Auch wenn Sie keinen Durst haben, ist es empfehlenswert das Angebot anzunehmen. Wählen Sie eins der Getränke, die Ihnen angeboten werden (meistens Wasser, Kaffee oder Tee) und äußern Sie lieber keine Sonderwünsche, wie z.B.: “Ich nehme gerne einen Cappuccino”.


3. Erzählen Sie uns etwas über sich.

Diese Frage hat einen hohen Stellenwert im Bewerbungsgespräch und wird fast immer gestellt. Bei der Antwort auf diese Frage beginnen die meisten Bewerber mit: “Mein Name ist…”. Das ist nicht unbedingt falsch, aber an der Stelle unnötig. Ihr Gesprächspartner kennt bereits Ihren Namen und hat Sie mehrmals damit angesprochen. Auch das Nennen Ihres Alters ist nicht zwingend notwendig. Wichtig ist hier, dass Sie eine Zusammenfassung Ihres Lebenslaufes präsentieren. So hat der Gesprächspartner die Möglichkeit zu überprüfen, ob das was Sie erzählen mit dem übereinstimmt, das in Ihrem Lebenslauf steht. Gehen Sie nicht viel zu sehr ins Detail, aber achten Sie zugleich darauf, keine wichtigen Punkte zu vergessen. Betonen Sie an dieser Stelle die Punkte, die Ihrer Meinung nach besonders wichtig sind für die Tätigkeit, für die Sie sich bewerben. In unserem Beispiel hat die Bewerberin Ihre Nebentätigkeit während des Studiums betont, da die praktische Erfahrung ein großer Vorteil bei der Bewerbung ist.


4. Warum möchten Sie in Deutschland tätig sein?

Hier müssen Sie nicht unbedingt die Punkte nennen, die unsere Bewerberin im Video aufgezählt hat. Seien Sie ehrlich und authentisch. Ihre Beweggründe, nach Deutschland zu ziehen können auch privater Natur sein, wie z.B. Familie oder Freunde, die ebenso dort wohnen.


5. Warum haben Sie sich für diesen Fachbereich entschieden?

Das ist eine besonders wichtige Frage, die in fast jedem Bewerbungsgespräch gestellt wird. Für die Chefärzte ist es sehr wichtig zu wissen, dass Sie sich wirklich für dieses Fachgebiet interessieren und sich nicht einfach überall bewerben. Eine gute Begründung Ihrer Wahl zeigt, dass Sie sich strukturiert mit dem Thema auseinandergesetzt haben und Ihre Ziele diszipliniert verfolgen. Überlegen Sie sich im Vorfeld des Gesprächs gut, was Ihnen an dem Fachgebiet besonders gefällt und warum Sie sich dafür entschieden haben. Auch hier gilt: seien Sie ehrlich und authentisch. Hier können Sie auch ruhig etwas mehr ins Detail gehen. Somit zeigen Sie, dass Sie auch über ausreichend Fachkenntnisse in dem Bereich verfügen.


6. Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?

Die Antwort auf dieser Frage verrät viel über Ihre Motivation. Wer ein klares Ziel vor Augen hat, arbeitet meistens konzentriert daran, es zu erreichen. Außerdem möchten Kliniken Mitarbeiter langfristig planen können und versuchen zu vermeiden, jemanden einzustellen, der von Tag zu Tag lebt und sich bald wieder für etwas ganz anderes entscheidet.

Informieren Sie sich im Vorfeld über die Dauer der von Ihnen angestrebten Weiterbildung, wie es auch unsere Bewerberin in dem Fall gemacht hat. Die Facharztausbildung dauert in der Regel 5-6 Jahre, daher kann es sein, dass die richtige Antwort lautet: “ In 5 Jahren bin ich im letzten Jahr meiner Facharztausbildung”. Damit zeigen Sie, dass Sie nicht nur einen klaren Plan haben und gut informiert sind, sondern auch, dass Sie vor haben die Facharztweiterbildung in der dafür vorgesehenen Zeit ohne Verzögerungen zu absolvieren.


7. Haben Sie noch Fragen?

Keine Fragen zu haben, wäre falsch und ein Zeichen für fehlendes Interesse. Außerdem dient das Bewerbungsgespräch auch dazu herauszufinden, ob Ihnen das Klinikum gefällt und Sie sich dort wohl fühlen würden. Stellen Sie ruhig die Fragen die Sie interessieren. Das können Fragen nach dem Dienstplan sein, nach der Einarbeitungsphase oder nach dem Ausbildungsplan. Unpassend wäre es Fragen zu stellen, deren Antworten bereits auf der Internetseite des Klinikums leicht zu finden sind, wie z.B.: “ Über wie viele Betten verfügt Ihr Krankenhaus”. Zeigen Sie, dass Sie sich über das Krankenhaus und seine Leistungen gut informiert haben und sich nun nach den weiteren Besonderheiten erkundigen möchten, um ein besseres Bild davon zu bekommen.


Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesem Beitrag helfen können und stehen Ihnen für Fragen jederzeit gerne zur Verfügung.






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