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  • Nina Colette

Das Anamnesegespräch

Aktualisiert: März 29

Ein jeder Arztbesuch, jeder Krankenhausaufenthalt und jede medizinische Fachsprachprüfung (FSP) fangen mit dem Anamnesegespräch an.

Es ist sowohl für Patienten als auch für Ärzte der Türöffner zu einer erfolgreichen Behandlung.

Sie kennen sicher alle den Spruch: “Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance” - und genau so ist es!


Das Anamnesegespräch ist das Gespräch, in dem sich entscheidet, ob der Patient dem Arzt vertraut und damit auch, wie viele Informationen seitens des Patienten preisgegeben werden. Herrscht misstrauen zwischen beiden Parteien, wird der darauffolgende Weg holprig und schwer.

Neben der Beziehungsebene spielt bei der Anamnese die Struktur eine wichtige Rolle. Die Struktur hilft Ärzten alle wichtigen Informationen einzuholen und diese strukturiert zu dokumentieren.


Aufgebaut ist das Anamnesegespräch wie folgt:


1) Die Vorstellung/personenbezogene Fragen: der Arzt stellt sich vor und fragt den Patienten was ihn zu ihm führt. Ganz wichtig ist hier, dass der Arzt das Gespräch eröffnet, da er das Gespräch führt. Danach werden die persönlichen Daten des Patienten erfragt. Zumindest in der Prüfung wird das noch so durchgeführt, in der Praxis werden alle persönlichen Daten bereits von der Versichertenkarte abgelesen.


2) Die aktuelle Anamnese: hier wird ganz genau nach den aktuellen Beschwerden gefragt. Wo genau diese auftreten, ob sie in andere Körperregionen ausstrahlen, wie stark die Schmerzen sind und ob der Patient die Schmerzen beschreiben kann: drückend, ziehend, brennend etc. Außerdem wird hier nach B-Symptomen gefragt, so genannten Begleitsymptomen. Das heißt hier wird abgefragt, ob der Patient sich übergeben musste, ihm schwindelig ist oder er vor lauter Schmerzen schwitzt.


3) Die Vorerkrankungen: in diesem Abschnitt erfragt der Arzt chronische und andere wichtige Erkrankungen von denen der Patient bereits weiß. Sollte es Vorerkrankungen geben, ist es für den Arzt relevant zu wissen, wann diese bereits diagnostiziert wurden. Außerdem wird in diesem Teil nach Operationen gefragt, die der Patient bereits hatte. Wichtig ist zu erfahren, wann die Operationen durchgeführt wurden und ob es Komplikationen gab.


4) Medikamente: leidet der Patient bereits an einer Erkrankung oder muss aufgrund einer vorangegangen Erkrankung Medikamente einnehmen, macht es Sinn diese im Anschluss an die Anamnese der Vorerkrankungen zu erfragen. Wichtig dabei ist, dass der Name der Medikamente, die Dosierung und auch die Einnahme erläutert wird.


5) Die vegetative Anamnese: hier geht es um allgemeine Befindlichkeiten des Körpers. Wie ist der Appetit des Patienten? Wie ist sein Stuhlverhalten? Kann er gut schlafen? etc.


6) Die Allergien/Unverträglichkeiten: sind wichtig für den Behandlungsverlauf. Hat der Patient Allergien müssen diese bei Speisen oder auch anderen Behandlungsformen beachtet werden. Wie zum Beispiel Medikamentenunverträglichkeiten oder Allergien gegen Jod. Tritt eine solche Allergie oder Unverträglichkeit auf, muss diese mit "CAVE" im Arztbrief festgehalten werden.


7) Die Genussmittel: meist ein sehr unangenehmes Thema für beide Parteien. Der Arzt mag nicht gerne danach fragen und der Patient manchmal nicht so recht darauf antworten. Gemeint sind hier Alkohol, Zigaretten und andere Drogen. Auch hier ist Genauigkeit gefragt, d.h. dass der Patient angeben muss, wie oft und wie viel er trinkt, raucht oder andere Sachen konsumiert. Der Arzt sollte seinem Gegenüber hier immer das Gefühl geben, dass es reine Routinefragen sind, damit der Patient sie nicht persönlich nimmt.


8) Die Familienanamnese: ebenfalls, wie alle anderen Abschnitte auch, ein sehr wichtiger Abschnitt. Ob Eltern oder Geschwister an bestimmten Erkrankungen leiden, kann den Ärzten wichtige Informationen über den Patienten geben. Auch hier gibt es ein schönes Sprichwort zum Thema, das immer wieder Anwendung findet. Nicht nur bei Krankheiten, sondern auch bei anderen Auffälligkeiten positiver wie negativer Natur: “Das liegt in der Familie.”


9) Die Sozialanamnese: der Abschnitt bei dem, wie bei der aktuellen und Familienanamnese die größten kulturellen Unterschiede zu erleben sind. Hier geht es um den Patienten und sein soziales Umfeld. Beruf, Familienstand, Kinder etc. Denn auch diese Einflüsse können bei einer somatischen Erkrankung eine große Rolle spielen.

Wenn Sie mehr über das Thema Anamnesegespräch erfahren möchten, kontaktieren Sie uns einfach. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!

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