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  • Nina Colette

Das Anamnesegespräch - Prüfungsteil 1 medizinische Fachsprachprüfung - Fall: Koronarsyndrom

Aktualisiert: Apr 10



In unserem Video sehen Sie die Simulation des 1. Teils der medizinischen Fachsprachprüfung (FSP) - dem Anamnesegespräch. Der Fall, der in diesem Video besprochen wird, ist das Koronarsyndrom. Dies ist ein Originalfall von einer medizinischen Fachsprachprüfung (FSP) aus Düsseldorf. Wir haben lediglich ein paar Informationen, wie Name, Geburtsdatum und Geschlecht geändert.


Für dieses Video wurde folgende Struktur des Anamnesegesprächs gewählt (mehr Infos dazu finden Sie in unserem Blogbeitrag “Das Anamnesegespräch”):


  1. Personendaten

  2. Aktuelle Anamnese

  3. Vorerkrankungen

  4. Operationen

  5. Medikamente + Impfung

  6. Vegetative Anamnese + Allergien/Unverträglichkeiten

  7. Psyche

  8. Noxen/Lebensgewohnheiten

  9. Familienanamnese

  10. Sozialanamnese


Die von uns gewählte Struktur müssen Sie in der Prüfung nicht wählen. Bitte wählen Sie eine Struktur, die Sie für sinnvoll erachten und die Sie sich gut merken können. Wichtig für die Prüfung ist es lediglich eine Struktur zu wählen und sich an diese zu halten. Eine strukturierte Abfrage während des Anamnesegesprächs fließt nämlich mit in die Bewertung ein. Bitte achten Sie darauf, jedoch nicht zu steif zu sein. Denn auch Flexibilität und Spontaneität fließen mit in die Bewertung ein. Dazu gleich mehr.


Zu Teil 1.: wenn Sie sich in der Prüfung unsicher sind, wie ein Name richtig geschrieben wird, bitten Sie Ihren Patienten bitte Ihnen seinen Vor- und/oder Nachnamen zu buchstabieren. Für unsere Dozentin als Muttersprachlerin war in unserem Beispiel klar, dass Pauline Breitner so geschrieben wird, wie es gesprochen wird. Bei dem Namen Schärf war es jedoch nicht klar, ob es mit “e” oder “ä” geschrieben wird, weswegen sie die Patientin gebeten hat, den Namen zu buchstabieren. Außerdem hat Sie bewusst nicht nach dem Alter gefragt, sondern nur nach dem Geburtsdatum. Sie dürfen selbst entscheiden, ob Sie nach beidem fragen. Wonach Sie auf jeden Fall fragen müssen, ist das Geburtsdatum. Auch das Geburtsdatum fließt mit in die Bewertung ein, weil damit sichergestellt werden kann, dass der Patient zweiten Teil, dem Arztbrief, identifizierbar vorgestellt wird.


Zu Teil 6.: da die Patientin in unserem Beispiel bereits bei der aktuellen Anamnese angab, dass ihr in letzter Zeit vermehrt übel sei, hat unsere Dozentin die Frage hier weggelassen. Hier ist Ihre Flexibilität gefragt und dass Sie sich nicht stur an einen Gesprächsleitfaden halten, sondern Informationen direkt aufnehmen und diese nicht doppelt erfragen.


Zu Teil 7.: auch hier hat unsere Dozentin spontan auf die Informationen der Patientin reagiert. Und zwar hat sie direkt nachgefragt, was die Patientin beruflich macht, als diese sagte, dass sie ab und an Stress bei der Arbeit habe. Außerdem hat unsere Dozentin an dieser Stelle mehr Fragen über den Beruf der Patienten gestellt, um auch persönliches Interesse an der Patientin zu zeigen. Ein wichtiger Aspekt im Gespräch mit Patienten, denn persönliches Interesse stärkt die Arzt-Patienten-Beziehung und somit das Vertrauen.


Zu Teil 8.: in diesem Teil wurde der Patientin Hilfe angeboten, um mit dem Rauchen aufzuhören. Viele Raucher schaffen es nicht alleine mit dem Rauchen aufzuhören. Wenn Patienten Ihnen bereits im Gespräch das Gefühl geben, dass Sie gerne weniger rauchen möchten oder gar aufhören wollen, dürfen Sie an dieser Stelle gerne Hilfe anbieten oder Tipps geben. Des Weiteren wurde die Patientin sehr höflich auf die Frage nach Drogen vorbereitet. Es ist immer möglich, dass es Ihren Patienten unangenehm ist eine solche Frage gestellt zu bekommen. Wenn Sie vorab mitteilen, dass Sie die Frage stellen müssen, entschärfen Sie damit die Situation und Ihre Patienten fühlen sich nicht persönlich angegriffen.


Zu Teil 9.: auch in diesem Fall hat unsere Dozentin persönliches Interesse und Mitgefühl gezeigt, als sie ihr Beileid mitteilte, weil die Mutter der Patientin schon in jungen Jahren verstorben ist. Kleine Bemerkungen wie “Das tut mir leid” oder “Das freut mich für Sie” stärken ebenfalls die Beziehung zwischen Arzt und Patient und damit auch wieder das Vertrauen.


zu Teil 10.: die Patientin sagte hier, als sie über ihre Tochter sprach: “sie kommt uns aber regelmäßig besuchen”. Diese kleine Information “uns” in der Aussage der Patientin war ein Indiz für unsere Dozentin, dass die Patientin mit jemandem zusammenlebt, weshalb sie als nächstes danach fragte, ob die Patientin mit ihrem Ehemann oder Lebensgefährten zusammenlebt.


Während des gesamten Gesprächs hat unsere Dozentin ihre Patientin immer wieder mit ihrem Namen angesprochen. Ein wichtiger Aspekt, der tatsächlich auch in die Bewertung der medizinischen Fachsprachprüfung (FSP) mit einfließt. Am Ende des Gesprächs wurden seitens unserer Dozentin nochmal alle wichtigen Informationen zusammengefasst und wiederholt, um mit der Patientin gemeinsam sicher zu gehen, dass alle Informationen richtig verstanden und notiert worden sind.


Wir hoffen, dass der Artikel hilfreich ist für Sie! Kontaktieren Sie uns für weitere Informationen zum Anamnesegespräch. Wir werden versuchen, alle Ihre Fragen zu beantworten.


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