Das Arzt-Arzt Gespräch: mögliche Fragen

In unserem neuen YouTube Video (Kanal: ärztesprech) geben wir euch ein Beispiel, wie so ein Arzt-Arzt Gespräch ablaufen kann und welche Fragen möglich sind. In der Prüfung können natürlich alle möglichen Fragen zum Fall, zur Anamnese und auch zum Patienten gestellt werden, weswegen wir hier nur einen kleinen Einblick in so ein Gespräch leisten können. Bitte bereitet Euch umfassend auf diesen Prüfungsteil vor und seit euch bewusst, dass die Prüfer hier Fragen zu medizinischen Inhalten, aber auch Fragen zum Patienten oder Leben des Patienten stellen können.


Bitte denkt immer daran, dass es während der Prüfung nicht auf die Inhalte ankommt und diese auch nicht bewertet werden. Solltet Ihr also mal eine nicht ganz richtige Antwort geben oder keine Antwort kennen, wird sich dies nicht negativ auf Eure Prüfung auswirken.

Wichtig ist, dass Ihr sprachlich in der Lage seid auf die Fragen der Prüfer einzugehen. In diesem, wie in allen anderen Prüfungsteilen kommt es auf die Sprache an. Seit also ehrlich mit euren PrüferInnen, wenn Ihr eine Antwort nicht kennt und überlegt euch, wie Ihr das am besten kommunizieren könnt.


Erläuterungen zum Video


Abschluss der Patientenvorstellung

Am Ende der Patientenvorstellung solltet Ihr immer einen Abschluss vorbereitet haben. Das bedeutet, dass Ihr hier bitte eure Verdachtsdiagnose, mögliche Differentialdiagnosen, Untersuchungsmethoden und auch Therapiemöglichkeiten nennt. Bitte beachtet, dass Ihr bei einer Verdachtsdiagnose bleibt. Solltet Ihr während der Dokumentation doch merken, dass Ihr eine andere Verdachtsdiagnose bevorzugt, anstelle der, die Ihr dem Patienten bereits in Teil 1 der Prüfung genannt habt, müsst Ihr eure Entscheidung bitte erklären und belegen.


“Was genau würden Sie im Rahmen der körperlichen Untersuchung durchführen?”

Dies ist eine sehr beliebte Prüfungsfrage. Überlegt euch schon während der Vorbereitung auf eure Prüfung, wie Ihr diese für unterschiedliche Fälle, wie zum Beispiel Appendizitis, Migräne oder auch ein Trauma, beantworten könnt. Am besten erklärt Ihr, was Ihr genau machen würdet und auch warum.


Tipp: Bereitet euch bitte immer in der Fachsprache und auch in der Umgangssprache auf die Fragen vor, denn auch am Ende der Anamnese könnte der Patient euch diese Fragen stellen.


“Können Sie mir sagen, welche Laborwerte hier wichtig sind?”

Auch diese ist eine sehr beliebte Prüfungsfrage. Bitte überlegt euch auch hier im Vorfeld, was Ihr antwortet möchtet. Da es bei diesen Antwortmöglichkeiten einige Abkürzungen gibt, möchte ich euch bitten die Abkürzungen und auch die ausgeschriebenen Begriffe dafür zu lernen. Ganz beliebt als Zusatzfrage ist hier: “Wofür stehen CRP und BSG?”. Schaut euch dafür die wichtigsten und häufigsten Werte an und macht euch mit den Begriffen und Abkürzungen dafür vertraut.


Achtung: Bitte achtet darauf, dass Ihr die deutschen Abkürzungen lernt.


“Und was ist mit der apparativen Diagnostik?”

Um euch auf diese Frage vorzubereiten, empfiehlt es sich einen groben Plan zu machen, welche die bildgebenden Verfahren sind, die Ihr in eurem Prüfungsfall am ehesten anwenden würdet. Das bedeutet, erstellt euch einen Plan für die verschiedenen Fachabteilungen und überlegt euch, welche die gängigsten bildgebenden Verfahren für diese Abteilungen sind.


“Können Sie mich mal bitte über eine Ultraschalluntersuchung aufklären?”

Liebe Ärztinnen und Ärzte, bitte seid gewappnet. Bereitet bitte für jede der apparativen Untersuchungsmethoden, die Ihr nennen würdet eine kurze Aufklärung vor. Auch hier möchte ich euch bitten, diese Aufklärung einmal für eure KollegInnen und einmal für eure PatientInnen vorzubereiten. Die Aufklärungen sollten die wichtigsten Informationen zur Durchführung enthalten. Gerne könnt Ihr auch einbauen worauf die Untersuchungsmethode basiert (Röntgenstrahlen, Ultraschallwellen, etc.) und auch welche Risiken oder Komplikationen damit verbunden sein können.


Tipp: Denkt immer daran: je mehr Ihr von euch aus erzählt, desto weniger Zeit bleibt übrig euch weitere Fragen zu stellen.


“Würden Sie die Patientin stationär aufnehmen?”

In Deutschland gibt es einen Leitsatz, der lautet: “ambulant vor stationär”. Es spielt zwar im Grunde keine Rolle, ob eure Antwort richtig ist, dennoch möchte ich euch bitten, dass Ihr euch einen Grund überlegt, wieso Ihr die Patientin stationär oder auch ambulant behandeln möchtet.


“Können Sie mir sagen, mit welchen Komplikationen wir rechnen sollten, wenn die Cholezystitis nicht behandelt wird?”, “Dann erklären Sie mir bitte was ein Empyem ist?!”, “Und ein Gangrän?”

Da dies rein medizinische Frage sind, ist es schön, wenn Ihr die Fragen beantworten könnt. Solltet Ihr darauf keine Antworten wissen, oder euch unsicher sein, solltet Ihr dies euren PrüferInnen kommunizieren. Bringt euch bitte nicht in die Lage, dass Ihr versucht "auf biegen und brechen” eine Antwort bringen zu wollen, denn meistens leidet die Sprache darunter und die ist es ja, um die es geht.


“Unsere Patientin nimmt Simvastatin, können Sie mich darüber aufklären, was das für ein Arzneimittel ist?”, “Warum nimmt unsere Patientin Simvastatin abends ein?”

Ja, auch Fragen zu Arzneimitteln können gestellt werden. Schaut euch daher bitte die gängigsten Arzneimittel nochmal an. Im Blogbeitrag “Welche Medikamente sollten Sie für die Prüfung lernen?” gehe ich darauf ein, dass es zu viele Medikamente gibt, um sie alle zu kennen und zu lernen. Sollte in eurer Prüfung nach Arzneimitteln gefragt werden, wird meistens nach gängigen Arzneimitteln wie Ibuprofen, Simvastatin, etc. gefragt. Schaut euch die gängigsten Arzneimittel also nochmal an und wiederholt die wichtigsten Inhalte diesbezüglich, damit Ihr auch hier mit einer schönen Antwort glänzen könnt. Wenn nicht, gilt auch hier ehrlich mit euren PrüferInnen zu sein und auf die nächste Frage zu warten.


“Der Ehemann unserer Patientin hatte ein Kolonkarzinom, kann es sein, dass es sich bei unserer Patientin auch um ein Karzinom handelt?”

Dies ist eine Frage, die zu den Differentialdiagnosen passt. Häufig wird bezüglich der Differential- und auch Verdachtsdiagnosen gefragt, was dafür oder was dagegen spricht. Am wichtigsten ist es daher, sich mit den Symptomen einzelner Erkrankungen vertraut zu machen, um auf diese Fragen antworten zu können.


Tipp: Schaut euch bitte immer die Symptome der relevantesten Erkrankungen an und lernt diese in der Umgangs- und Fachsprache. So könnt Ihr das Wortschatztraining mit dem Training für alle weiteren Prüfungsteile miteinander verbinden.


Schreibt euch am besten alle Antworten vor und trainiert mit euren vorgeschriebenen Antworten das Sprechen. …………………………………………………………………………………………………........................................................................................


Wenn Ihr mögliche Fragen aus Arzt-Arzt Gesprächen habt, auf die Ihr gerne Antworten haben möchtet, lasst uns diese Fragen gerne in den Kommentaren zukommen.


Wir wünschen Euch viel Spaß bei eurer Vorbereitung auf die FSP und viel Erfolg bei der Prüfung!

















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