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  • Nina Colette

Der erste Eindruck

Aktualisiert: vor 2 Tagen


“Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance”


Behalten Sie dieses Sprichwort immer im Kopf, denn es wird Ihnen in vielen Situationen behilflich sein. Sei es bei einem Vorstellungsgespräch für einen Job, bei einem ersten Date oder auch bei Ihrer medizinischen Fachsprachprüfung. Wieso fragen Sie sich? Welche Aspekte hier eine wichtige Rolle spielen und wie sich diese Aspekte auf Ihr Gegenüber auswirkt, dass erfahren Sie im weiteren Verlauf dieses Beitrags.



Verschiedene Merkmale


Der erste Eindruck ist abhängig von unterschiedlichen Merkmalen, die jeder Mensch in seiner ganz eigenen Form (Individualität) aufweist. So spielen das Alter einer Person, das Geschlecht, das Aussehen, die Ethnie, die Kultur, die Körperhaltung, die Sprache, die Stimme und der Akzent die Hauptrollen bei der Verschaffung eines ersten Eindrucks.


Dabei dauert es nur eine Zehntelsekunde, um einen ersten Eindruck zu gewinnen. Das ist evolutionär bedingt, da Körpersprache lange Zeit unser Hauptkommunikationsmittel war und unsere Vorfahren schnellstmöglich herausfinden mussten, ob Ihr Gegenüber Ihnen wohlgesonnen ist oder nicht. Die in der heutigen Zeit am schnellsten erkannten Eigenschaften sind in der Regel Vertrauenswürdigkeit und Attraktivität.


In Ihrem Fall, in der Prüfungssituation, spielt die Vertrauenswürdigkeit vielleicht keine so wichtige Rolle, weswegen die Prüfer ihren Fokus in der Einschätzung und Bewertung Ihrer Person auf die sprachlichen Merkmale legen. Dennoch und obwohl diese Eigenschaft keinen Einfluss auf die Bewertung Ihres Prüfungsergebnisses haben darf, spielt der Punkt Attraktivität unbewusst auch immer in Bewertungen mit ein. Je attraktiver / sympathischer wir Menschen finden, desto eher achten wir auf weitere positive Aspekte, aber dazu gleich mehr.


Akzent und Sprache


Arbeiten Sie für die Prüfung und auch für den Praxisalltag an Ihrem Akzent. Je Akzentfreier Sie sprechen, desto positiver werden Sie bewertet. Von Prüfern (dies ist auch ein Punkt auf dem Bewertungsbogen der Prüfung) wie auch später von Patienten. In diesem Fall wird das Attribut “Attraktivität” nach dem Faktor “Ähnlichkeit” und “Unähnlichkeit” bewertet. Je ähnlicher Ihr Gegenüber Sie empfindet, desto attraktiver empfindet er/sie Sie.

Welchen Akzent Sie sprechen, einen Nationalen oder einen Internationalen, ist dabei übrigens nicht signifikant. Die Tatsache, dass Menschen überhaupt einen Akzent haben, reicht vollkommen aus, dass wir Sie in die Kategorie unähnlich stecken. Des Weiteren gilt: wer akzentfrei kommuniziert, wirkt kompetent auf sein Gegenüber.


Gleichzeitig ist zu beachten, dass es nicht leicht ist einen Akzent komplett wegzubekommen. Daher ist es wichtig, dass Sie langsamer sprechen, damit Ihr Gegenüber Sie verstehen kann. Denn auch das Verständnis einer Person ist wichtig für den ersten Eindruck.


Äußeres Erscheinungsbild


“Das Aussehen eines Menschen gibt uns klare Hinweise auf dessen Persönlichkeit, ohne dass dieser sich bewegt oder spricht.”


Ein ganz wichtiger Aspekt auch für die Prüfung, denn die Prüfer sind in der Regel Kolleginnen und Kollegen, die Ihre sprachliche Kompetenz für Ihre berufliche Zukunft testen. Dabei spielt natürlich auch das Äußere eine wichtige Rolle. Es darf zwar nicht bewertet werden, kann und wird aber von einzelnen Prüfungskommissionen kritisiert, sollte es nicht gewissen Standards entsprechen.


Grundsätzlich gilt, dass Menschen davon ausgehen “Was schön ist, ist auch gut” (der “What is beautiful is good-Effekt”). Nutzen Sie diesen Effekt und sorgen Sie dafür, dass Ihr erster Eindruck stimmt.


Drei Punkte, die Sie für die Prüfung beachten sollten:


1. Ihr Outfit

Wählen Sie ein angemessenes Outfit für die Prüfung. Es sollte schick, aber nicht zu schick sein und in dezenten Farben gehalten werden (Smart Casual). Tragen Sie geschlossene Schuhe und verdecken Sie Ihre Schultern.

WICHTIG: wählen Sie ein Outfit in dem Sie sich wohlfühlen. Zum einen strahlen Sie aus, dass Sie sich wohlfühlen und haben eine bestimmte Körperhaltung und zum anderen sind Sie entspannter für die Prüfung.


2. Ihre Körperhaltung

Gehen Sie aufrecht und selbstbewusst. Bauen Sie rechtzeitig Blickkontakt auf und halten Sie diesen, auch während der Gespräche in der Prüfung. Finden Sie hier jedoch ein angemessenes Maß, sodass Ihr Gegenüber nicht den Eindruck hat, dass Sie ihn/sie anstarren.

Eine offene und aufrechte Körperhaltung ist für die gesamte Prüfung angemessen, verschränken Sie bitte nicht die Arme vor dem Körper und stützen Sie Ihren Kopf nicht auf Ihrer Hand ab.

Achten Sie bitte bei Betreten des Raumes darauf, ob die Prüfer Ihnen die Hand reichen. Normalerweise ist dies eine Pflicht in Deutschland, aufgrund der Pandemie ist diese Höflichkeitsgeste jedoch größtenteils zurückgegangen. Alternativ können Sie die Prüfer bei der Begrüßung freundlich anlächeln und nicken.


3. Ihre Vorstellung

Bereiten Sie eine mündliche Vorstellung vor. Wichtig dabei ist, dass Sie diese trainieren, damit Sie sich so flüssig wie möglich vorstellen können und genau wissen was Sie sagen. Je besser Sie von Anfang an vorbereitet sind, desto positiver sind Ihnen die Prüfer gestimmt.

Informationen, die für die Vorstellung wichtig sind, sind Ihr Name, Ihr Alter, Ihre Herkunft, wann Sie Ihr Medizinstudium beendet haben bzw. ob Sie schon als Arzt gearbeitet haben und warum Sie in Deutschland arbeiten möchten.

Bereiten Sie am besten 3-4 Sätze vor, das ist informativ und nicht zu lang.


Am wichtigsten ist natürlich für die Prüfung, dass Sie sich sprachlich gut vorbereitet haben und problemlos mit den Prüfern kommunizieren können. Der erste Eindruck ist “nur” ein Türöffner und hilft Ihnen dabei für eine angenehme Atmosphäre zu sorgen.












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