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  • Nina Colette

Die 7 häufigsten Fehler im Anamnesegespräch

Aktualisiert: Okt 5



Das Anamnesegespräch stellt in der medizinischen Fachsprachprüfung (FSP) den wichtigsten Teil dar. Die Geprüften müssen hier nicht nur ihr sprachliches Wissen unter Beweis stellen, sondern ebenso ihr Hörverständnis sowie die Fähigkeit das Gehörte gleich in Form von Notizen auf Papier zu bringen und gleichzeitig empathisch mit ihrem Patienten kommunizieren. Das sind ganz schön viele Anforderungen, die Ärztinnen und Ärzte in den 20 Minuten des ersten Prüfungsteils erfüllen müssen. Demnach kommt es öfter vor, dass im Anamnesegespräch Fehler gemacht werden. Um welche Fehler es sich dabei handelt und wie Sie, liebe Ärztinnen und Ärzte diese Fehler umgehen können, erzähle ich Ihnen im weiteren Verlauf.


Die 7 häufigsten Fehler im Anamnesegespräch


Fehler Nr. 1: Patienten nicht mit Namen ansprechen

Ganz oben auf den Bewertungsbögen der Prüfungskommission steht: “Der Kandidat/Die Kandidatin spricht den/die Patient/in mit Namen an.” - und doch machen ganz viele den Fehler und sprechen ihren Patienten in der Prüfung nicht mit Namen an. Das hat mehrere Gründe, zum einen sind viele sehr aufgeregt in der Prüfung und vergessen es schlicht und einfach. Immer häufiger höre ich jedoch, dass meine Teilnehmer/innen sich nicht trauen die Namen ihrer Patienten auszusprechen, weil sie nicht wissen, wie sie richtig ausgesprochen werden. Das ist schade, denn damit verlieren sie einen Punkt in der Prüfung, der sie vielleicht am Ende retten kann. Ich empfehle daher: fragen Sie Ihren Patienten einfach, wie der Name richtig ausgesprochen wird. Das zeigt, dass Sie sich für Ihr Gegenüber interessieren und schon bei der Aussprache des Namens keinen Fehler machen möchten.


Fehler Nr. 2: Namen falsch geschrieben

Nun trauen Sie sich schon, den Patienten beim Namen anzusprechen. Sprechen ihn offensichtlich auch richtig aus, sonst hätte der Patient sicher etwas gesagt und dann stellen Sie in der Bewertung fest, dass der Name falsch geschrieben war. Ein ganz häufiger Fehler. Der sich leicht vermeiden lässt. Meist handelt es sich bei diesen Fehlern um kleine Fehler. Beispielsweise wird ein Buchstabe zu viel oder zu wenig geschrieben oder ein “i” wird mit einem “e” vertauscht. Das ist ein kleiner Fehler, allerdings mit einer drastischen Wirkung, denn so wird die Identität des Patienten verändert. Gehen Sie bitte sicher, dass Sie den Namen richtig notiert haben. Buchstabieren Sie ihn selbst noch mal, wenn Sie nicht sicher sind, aber machen Sie sicher, dass es Ihnen nicht passiert, dass Sie den Namen falsch notieren. Denn dieser Fehler wird erst im Arztbrief sichtbar und verbaut Ihnen dort die Punkte.


Fehler Nr. 3: kein Geburtsdatum

Eine Information, die bei keinem Patienten fehlen darf, ist das Geburtsdatum. Viele der Ärztinnen und Ärzte, die ich in meinen Kursen bei der Prüfungsvorbereitung begleite fragen nach dem Alter der Patienten, aber nicht nach dem Geburtsdatum. Wieso das so wichtig ist, fragen Sie sich? Weil es eine ganz wichtige Information im Bezug auf die Identifikation der Patienten ist. Stellen Sie sich vor, Sie nehmen Herrn Peter Müller auf. Ca. 700.000 Deutsche tragen den Familiennamen Müller und Peter war bis 2002 der beliebteste männliche Vorname in Deutschland. Somit gibt es eine Menge Peter Müllers’ in Deutschland. Um diese ganzen Peter Müllers’ auseinanderzuhalten, ist es wichtig, dass Sie das Geburtsdatum notieren. Das werden Sie auch feststellen, wenn Sie in einer Klinik arbeiten. Denn auf jedem Dokument werden Vorname, Zuname sowie Geburtsdatum vermerkt.


Fehler Nr. 4: keine ausreichend detaillierte aktuelle Anamnese

Wenn Sie in der aktuellen Anamnese zu allgemein abfragen, zieht sich dieser Fehler durch die gesamte Prüfung. In der Patientenvorstellung wie auch im Arztbrief muss die aktuelle Anamnese so ausführlich wie möglich sein. Besonders die Qualität der Schmerzen muss genau beschrieben werden. Wenn Sie hier nachlässig sind, gibt das in den beiden anderen Prüfungsteilen Punktabzüge. Das wäre schade, denn es handelt sich hier um wenige Fragen, die Sie beachten müssen.



Fehler Nr. 5: Teile der Anamnese werden vergessen

Auch das ist ein ganz gängiger Fehler und auch dieser Fehler zieht sich durch die beiden anderen Prüfungsteile. Wenn Sie Ihren Patienten zum Beispiel nicht nach den Lebensgewohnheiten fragen, kann es sein, dass Ihnen ein wichtiger Risikofaktor für die Diagnose fehlt. Mein Tipp: bereiten Sie eine Struktur für das Anamnesegespräch vor, die Sie immer wieder verwenden. Je öfter Sie das gleiche Anamnesemuster trainieren, desto eher denken Sie an alle wichtigen Komponenten.


Fehler Nr. 6: die Informationen des Patienten ignorieren

Gehen Sie darauf ein, wenn der Patient Ihnen Informationen bereits vorab gibt. Viele Ärztinnen und Ärzte reagieren nicht darauf und stellen Fragen, als hätte der Patient nichts dazu gesagt. Das gibt dem Patienten das Gefühl, dass Sie nicht richtig zuhören und er manches doppelt sagen muss. Gehen Sie lieber mit einer netten Einleitung kurz darauf ein. Hier hilft es Ihnen natürlich so viele Informationen wie möglich zu machen. Trainieren Sie auch dies mit einer bestimmten Vorlage und wenden Sie diese immer und immer wieder an. Dann brauchen Sie am Ende kaum überlegen, wo Sie etwas notieren und wissen auch worauf Sie im Verlauf des Gesprächs noch eingehen sollten.


Fehler Nr. 7: falscher Satzbau

Einer der häufigsten Fehler ist nach wie vor der Satzbau. Dazu gehört die Struktur bei der Verwendung von Konjunktionen und auch bei geschlossenen wie offenen Fragen. Trainieren Sie das, immer und immer wieder. Zum einen fließt dieser Aspekt mit in die Bewertung ein, zum anderen schöpfen die Patienten im späteren Klinikalltag schneller Vertrauen.


Am Ende zählt das Gesamtpaket. Wenn sich hier und da ein kleiner Fehler einschleicht, ist das nicht schlimm. Wir sind alle Menschen und jedem passiert mal ein Fehler. Achten Sie aber bitte darauf, dass Sie die Fehleranzahl minimieren, indem Sie sich die oben genannten Tipps zu Herzen nehmen und diese bei Ihrer Vorbereitung beachten!


Wenn Sie unsicher sind und gerne wissen möchten, wie gut Sie in der FSP abschneiden, können Sie jederzeit gerne eine Simulation mit mir buchen. Ich würde mich freuen, Sie bei der Vorbereitung unterstützend zu begleiten!


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