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  • Nina Colette

Fall: akute Cholezystitis // Das Anamnesegespräch // Prüfungsteil 1 medizinische Fachsprachprüfung

In unserem neuen Video sehen Sie die Simulation des 1. Teils der medizinischen Fachsprachprüfung (FSP) - dem Anamnesegespräch. Der Fall, der in diesem Video besprochen wird, ist die akute Cholezystitis (weitere Infos und einen anderen Fall zum üben finden Sie in unserem Blogbeitrag: akute Cholezystitis).

Für dieses Video wurde folgende Struktur des Anamnesegesprächs gewählt (mehr Infos dazu finden Sie in unserem Blogbeitrag “Das Anamnesegespräch”):


  1. Personendaten

  2. Aktuelle Anamnese

  3. Vorerkrankungen

  4. Operationen

  5. Medikamente + Impfung

  6. Vegetative Anamnese + Allergien/Unverträglichkeiten

  7. Noxen/Lebensgewohnheiten

  8. Familienanamnese

  9. Sozialanamnese


Die von uns gewählte Struktur müssen Sie in der Prüfung nicht wählen. Bitte wählen Sie eine Struktur, die Sie für sinnvoll erachten und die Sie sich gut merken können. Wichtig für die Prüfung ist es lediglich eine Struktur zu wählen und sich an diese zu halten. Eine strukturierte Abfrage während des Anamnesegesprächs fließt nämlich mit in die Bewertung ein. Bitte achten Sie darauf, jedoch nicht zu steif zu sein. Denn auch Flexibilität und Spontaneität fließen mit in die Bewertung ein. Dazu gleich mehr.


Zu Teil 1.: Patienten fühlen sich gut aufgehoben, wenn Sie ihnen gleich zu Beginn des Gesprächs einen kurzen Ablauf nenne, was als nächstes mit ihnen passiert. Sobald Menschen ins Krankenhaus müssen, weil sie Schmerzen haben, sind sie immer etwas aufgeregt. Dem einen merkt man es an, dem anderen nicht. Holen Sie Ihre Patientin rücksichtsvoll ab und geben Sie ihnen das Gefühl, dass sie bei Ihnen sicher und gut aufgehoben sind. Das stärkt das Vertrauen und die Patienten arbeiten so gerne mit Ihnen zusammen. Sie können so von Anfang an die Compliance Ihrer Patienten stärken.


In diesem Beispiel nennt die Patientin zwei schwierige Namen, die sich die Ärztin buchstabieren lässt. Wenn Sie sich in der Prüfung unsicher sind, wie ein Name richtig geschrieben wird, bitten Sie Ihren Patienten bitte Ihnen seinen Vor- und/oder Nachnamen zu buchstabieren. In der Prüfung gibt es Punkte dafür, wenn alle personenbezogenen Daten vollständig und richtig sind. Seien Sie also aufmerksam und gehen Sie lieber auf Nummer sicher.


Unsere Dozentin stellt beim Gewicht am liebsten die Frage: “Wie viel wiegen Sie zur Zeit?” - das gibt Patienten ein angenehmes Gefühl, da hier nicht danach gefragt wird wie “schwer” jemand ist oder wie viel jemand generell wiegt, sondern es zeigt, dass sich Gewicht verändern kann und lockert die Situation.


Zu Teil 2.: in der aktuellen Anamnese empfehlen wir Ihnen sehr aufmerksam zu sein und ganz gezielt Fragen zu stellen. Die aktuelle Anamnese gibt wieder, wieso Patienten zu Ihnen kommen und welche Beschwerden Sie haben. Seien Sie hier besonders hinterher Informationen zu bekommen und geben Sie sich nicht mit oberflächlichen und allgemeinen Informationen zufrieden. Das ist in der Praxis wichtig für die richtige Diagnosestellung und in der Prüfung gibt es wichtige Punkte dafür. Die Punkte in der Prüfung ziehen sich durch alle drei Prüfungsteile: in der Anamnese gibt es Punkte für die Fragestellung, in der Dokumentation für die Detailtiefe und in der Arzt-Arzt Kommunikation gibt es ebenfalls Punkte für “die nötige Detailtiefe”.


In diesem Fall gibt die Patientin als B-Symptomatik Fieber an. Bitte achten Sie darauf, dass Sie in der vegetativen Anamnese nicht erneut nach Fieber fragen. Dies würde in der Prüfung Punktabzüge geben.


Zu Teil 3.: wenn Sie nach den Vorerkrankungen fragen, bietet sich die Gelegenheit auch gleich die Medikamentenanamnese zu erheben. Dies hat unsere Dozentin in diesem Beispiel gemacht und konnte somit “zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen”.


Zu Teil 7.: auch hier wurde die Patientin wieder sehr höflich auf die Frage nach Drogen vorbereitet. Es ist immer möglich, dass es Ihren Patienten unangenehm ist eine solche Frage gestellt zu bekommen. Wenn Sie vorab mitteilen, dass Sie die Frage stellen müssen, entschärfen Sie damit die Situation und Ihre Patienten fühlen sich nicht persönlich angegriffen.


zu Teil 9.: die Patientin sagte hier, dass ihr Ehemann verstorben sei. Unsere Dozentin zeigt hier Interesse und traut sich sogar nachzufragen, was denn dem Ehemann passiert sei. Das ist eine nette Geste, kann aber die Stimmung stark beeinflussen. Lassen Sie hier Ihre Empathie walten und schätzen Sie die Situation ab. Haben Sie eine zarte Persönlichkeit vor sich sitzen, zeigen Sie bitte Interesse aber versuchen sich mit Nachfragen zurück zu halten. Haben Sie eine starke Persönlichkeit vor sich, können Sie auch Nachfragen stellen. Das ist von Person zu Person anders. Manchen Patienten tut es einfach gut, sich über solch persönlichen Dinge auszutauschen, besonders mit einer Autoritätsperson wie Ihnen. Achten Sie dabei nur darauf, dass die persönlichen Themen nicht überhand gewinnen und Sie gezielt bei der Anamnese bleiben.


Während des gesamten Gesprächs hat unsere Dozentin ihre Patientin immer wieder mit ihrem Namen angesprochen. Ein wichtiger Aspekt, der tatsächlich auch in die Bewertung der medizinischen Fachsprachprüfung (FSP) mit einfließt. Am Ende des Gesprächs wurden seitens unserer Dozentin nochmal alle wichtigen Informationen zusammengefasst und wiederholt, um mit der Patientin gemeinsam sicher zu gehen, dass alle Informationen richtig verstanden und notiert worden sind.


Wir hoffen, dass der Artikel hilfreich ist für Sie! Kontaktieren Sie uns für weitere Informationen zum Anamnesegespräch gerne per Mail info@aerztesprech.de oder einfach in den Kommentaren.

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