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UPDATE: Aufklärungsgespräch laparoskopische Cholezystektomie




Vor zwei Jahren haben wir bereits einen Blogbeitrag über eine laparoskopische Cholezystektomie geschrieben und diese Aufklärung habe ich im Folgenden noch einmal für euch verbessert. Das bedeutet, dass wir noch genauer auf den Ablauf eingehen und uns dieses Mal ganz konkret an einen Aufklärungsbogen aus einer Klinik halten. Das Dokument findet ihr als PDF ganz unten in diesem Artikel.


In den meisten Prüfungen ist die Aufklärung über einen invasiven Eingriff KEIN Teil der Prüfung. Jedoch werden euch Aufklärungen spätestens im Krankenhausalltag über den Weg laufen. Damit ihr diese gut und sicher durchführen könnt, habe ich das Thema noch einmal für euch aufgegriffen. Ein besonderer Dank geht dabei auch an eine meiner Ärztinnen, die ich aktuell auf ihre Prüfung vorbereite. Sie sprach mich heute darauf an, dass sie diese Aufklärungsgespräche so schwer findet und sich unsicher fühlt und bat mich, dies mit ihr zu trainieren, auch wenn es kein Teil ihrer Prüfung ist. Das habe ich natürlich sofort bejaht. Denn hier gilt das Motto “lieber haben statt brauchen”. Je besser ihr bei eurer Vorbereitung direkt auf den Krankenhaus mit vorbereitet werdet, desto sicherer werdet ihr euch fühlen und desto leichter kommt ihr bei eurem neuen Arbeitgeber an.


Einleitung

Als erstes begrüßen wir unseren Patienten natürlich und erklären ihm worum es im folgenden Gespräch geht. Dafür könnten wir zum Beispiel sagen:

“Schönen guten Tag Herr / Frau X. Colette ist mein Name und ich möchte mit Ihnen über Ihre geplante Behandlung sprechen. Herr / Frau X, um Ihre Beschwerden zu bessern, ist bei Ihnen ein operativer Eingriff geplant, den nennen wir die Entfernung der Gallenblase.”


Dann gehen wir im weiteren Verlauf auf die Lage und Funktion des zu behandelnden Organs ein. In diesem Fall ist das die Gallenblase, das bedeutet, wir erklären dem Patienten, wo die Gallenblase liegt und was ihre Aufgabe ist.



Ablauf der Operation

Weiter im Gespräch gehen wir dann auf den Ablauf der Operation ein. Das heißt, wir erklären in einfachen und bildhaften Worten, was genau bei diesem Eingriff gemacht wird.

Wir erklären also, dass der Eingriff mit Hilfe einer Spiegelung durchgeführt wird, weswegen es reicht drei bis vier kleine Schnitte im Bereich und oberhalb des Nabels zu machen, über die die Operationsinstrumente sowie auch Kohlendioxid-Gas in den Bauch eingeführt wird. Das Kohlendioxid-Gas benötigen wir hier zum Aufblähen des Bauches, sodass wir genug Platz zum operieren haben. Dann wird der Bauch mit einer kleinen Kamera inspiziert und das zu behandelnde Organ wird lokalisiert und dann vorsichtig operativ entfernt. Bei einem Verdacht auf Gallensteine kann zusätzlich noch eine Kontrastmitteluntersuchung der Gallengänge erfolgen.


“Um diesen Eingriff durchführen zu können, werden wir Sie in eine Vollnarkose versetzen. Sie werden bei diesem Eingriff also nicht bei Bewusstsein sein und somit nichts davon spüren. Dann werden wir kleine Einschnitte in Ihren Bauch durchführen, durch die wir Ihre Bauchhöhle mit Kohlendioxid-Gas auffüllen. Das machen wir, damit Ihre Bauchdecke angehoben wird, um reichlich Platz für die Übersicht mit der Kamera, sowie dem Arbeiten mit den Operationsinstrumenten zu schaffen.


Unter Beobachtung mit der Kamera werden wir drei kleine Instrumente entlang Ihres Rippenbogens einführen. Mit diesen eingeführten Instrumenten wird die Gallenblase entfernt.


Damit die Wundflüssigkeit und gegebenenfalls eine Nachblutung abfließen und kontrolliert werden kann, werden wir Ihnen einen Schlauch legen, eine sogenannte Drainage. Im Anschluss werden die Einschnittstellen genäht und das war es auch schon.”


Mögliche Erweiterungsmaßnahmen

Natürlich müssen wir unseren Patienten ebenfalls darüber informieren, dass die Operation bei möglichen Komplikationen erweitert werden muss. Sollte dies der Fall sein, muss eine offene Operation mit größerem Bauchschnitt erfolgen.


Mögliche Alternativ-Verfahren

Es kommt natürlich immer darauf an, woran der Patient konkret leidet. Ob es Steine oder eine Gallenblasenentzündung ist, wovon wir die alternative Behandlung abhängig machen müssen. In jedem Fall muss der Patient aber über mögliche Alternativen zur Operation aufgeklärt und informiert werden.


Erfolgsaussichten

Dieser Teil macht natürlich am meisten Spaß während der Aufklärung, denn hier können wir unserem Patienten vermitteln, dass dieser operative Eingriff die nachhaltigste Behandlung ist, denn wenn die Gallenblase entfernt wurde, kann es natürlich zu keinen weiteren Entzündungen oder Steinbildungen mehr kommen.


Hinweise zur Vor- und Nachsorge

Die wichtigste Information über die ihr mit euren Patienten sprechen müsst, was die Vorbereitung angeht, ist die Einnahme von Medikamenten. Bestimmte Medikamente oder Spritzen müssen bereits einige Tage vor der Operation abgesetzt werden. Daher müsst ihr euren Patienten hier genau befragen, welche Medikamente er oder sie einnimmt.


Außerdem erhält der Patient noch eine Aufklärung vom Anästhesisten. Ihr könnt jedoch bereits folgende Information preisgeben:


“Bitte beachten Sie, dass Sie vor der Operation nüchtern sein müssen, das bedeutet, dass Sie nichts essen oder trinken dürfen. Wie lange genau Sie vor der Operation nichts essen dürfen, wird unser Narkosearzt (Anästhesist) noch im Detail mit Ihnen besprechen.”


Darüber hinaus, muss der Patient natürlich auch wissen, was nach der Operation seinerseits zu beachten ist. Weist ihn oder sie bitte daraufhin, dass möglich Schmerzen mit Schmerzmitteln behandelt werden. Euer Patient muss bitte darauf achten, nach dem Eingriff keine schweren Lasten (5-10 kg) für mindestens 3-4 Wochen nach dem Eingriff zu tragen oder heben, damit es nicht zu einem Narbenbruch kommt. Außerdem sollte auch unmittelbar nach der Operation auf Essen und Trinken verzichtet werden und das für mindestens 4 Stunden.


Risiken, mögliche Komplikationen und Nebenwirkungen

In diesem Teil der Aufklärung unterscheiden wir vor allem zwischen Allgemeinen und spezifischen Risiken. Dieser Teil ist der längste Teil der Aufklärung, weswegen ich euch bitten möchte die Details aus diesem Teil bitte dem Aufklärungsbogen aus der Klinik zu entnehmen. Bei der Aufklärung über mögliche Risiken müssen wir sehr ehrlich aber auch empathisch mit dem Patienten umgehen. Dieser Teil könnte den Patienten abschrecken, weswegen wir darauf achten müssen, ob der Patient überwältigt ist und uns gar nicht mehr folgt, oder ob er alles versteht und weiter aktiv an unserem Gespräch teilnimmt.


Abschluss

Wenn ihr die Aufklärung durchgeführt habt, könnt ihr euren Patienten natürlich gerne fragen ob er noch Fragen oder Sorgen hat. Wenn dies aktuell nicht der Fall ist, möchte ich euch bitten, dem Patienten die Möglichkeit zu geben sich den Aufklärungsbogen noch einmal in Ruhe durchzulesen. Das bedeutet, dass ihr den Raum in dem die Aufklärung stattgefunden habt für ein paar Minuten verlasst, damit der Patient seine Ruhe hat. Und bittet ihn, wenn er mit dem Eingriff einverstanden ist, dass er die Bögen am Ende ausfüllt und unterschreibt. Außerdem könnt ihr mögliche Fragen, die während der Zeit aufkommen dann noch beantworten.


“Herr / Frau X, wenn Sie aktuell keine Fragen haben, möchte ich Sie bitten sich die Aufklärungsbögen noch einmal in Ruhe durchzulesen. Wenn Sie dann keine weiteren Fragen haben und mit dem Eingriff einverstanden sind, unterschreiben Sie die Bögen bitte am Ende.”


 

Ihr Lieben, ich hoffe, dass euch dieser Blogbeitrag bei künftigen Aufklärungen hilft. Ihr findet weitere Videos und Infos zu dem Thema auf YouTube und auch auf unserem Instagram Kanal. Folgt uns, damit ihr immer auf dem neuesten Stand seid :)


Euer ärztesprech


Zur PDF:

1 Aufklärung laparoskopische Cholezystektomie
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