Versorgungsformen deutscher Krankenhäuser



Um hier in Deutschland einen guten Start ins Gesundheitssystem zu haben, ist es neben den medizinischen Kenntnissen sowie den sprachlichen Fertigkeiten wichtig das deutsche Gesundheitssystem bereits ein wenig zu kennen. Daher haben wir euch in diesem Beitrag die Versorgungsformen der Krankenhäuser und die aktuellen Zahlen über die Krankenhäuser in Deutschland zusammengefasst. Hier gibt es einige Unterschiede zwischen den einzelnen Versorgungsformen und wir müssen dabei noch beachten, dass sie sich innerhalb der einzelnen Bundesländer leicht unterscheiden. Was genau das alles bedeutet, erfahrt Ihr in diesem Blogbeitrag.


Was bedeutet Versorgungsform?

Eine Versorgungsform ist eine strukturierte und rechtlich verbindliche Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen und/oder Einrichtungen in der ärztlichen und nicht-ärztlichen Versorgung. Was die ärztliche Versorgung angeht, kennt Ihr euch ja alle bereits gut aus. Die nicht-ärztliche Versorgung bedeutet in diesem Zusammenhang, die Versorgung der Patienten durch Krankenhauspersonal, das eben keine ÄrztInnen sind, wie zum Beispiel PflegerInnen, KöchInnen, PhysiotherapeutInnen etc.


Neben der stationären Versorgung wurde besonders auch an der ambulanten Versorgung stark gearbeitet. Denn grundsätzlich gilt im deutschen Gesundheitssystem “ambulant vor stationär”. Das bedeutet, dass Patienten möglichst ambulant behandelt werden sollen, bevor eine stationäre Aufnahme erfolgt. Es wurden in den letzten Jahren unterschiedliche Möglichkeiten geschaffen, um die Strukturen in der ambulanten Versorgung zu optimieren. Diese Möglichkeiten sind zum Beispiel die hausarztzentrierte Versorgung, medizinische Versorgungszentren, Disease-Management-Programme (DMP) oder auch die integrierte Versorgung.


Welche Versorgungsformen deutscher Krankenhäuser gibt es?

Wir unterscheiden grundlegend zwischen 4 Versorgungsformen. Dazu gehören:


  • die Grundversorgung (mindestens 100 Betten, in der Regel 200 bis 250 Betten)

  • sie gewährleisten eine Versorgung für die innere Medizin und die allgemeine Chirurgie

  • die Regelversorgung (mindestens 200 Betten, in der Regel 400 bis 600 Betten)

  • über die Grundversorgung hinaus werden hier weitere Fachabteilungen betrieben: HNO-Heilkunde, Ophthalmologie, Orthopädie, Gynäkologie und Geburtshilfe

  • die Zentralversorgung (mindestens 400 Betten, in der Regel über 600 Betten)

  • in der Zentralversorgung werden weitere Abteilungen wie Pädiatrie und Neurologie mit abgedeckt

  • die Maximalversorgung (700 bis über 1000 Betten) → das sind in der Regel Unikliniken

  • diese Krankenhäuser sind vor allem auf die Behandlung von seltenen und schweren Erkrankungen spezialisiert


Zahlen der deutschen Krankenhäuser

Das Gesundheitssystem in Deutschland hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Das hat verschiedene Gründe als Ursache. Zum einen haben sich die Krankheitsbilder und die Krankheitsverläufe verändert, zum anderen hat sich die medizinische Versorgung stark verändert. Es gibt einen stetigen Fortschritt in der Medizin und somit verändern sich Strukturen und Abläufe. Es lässt sich also erkennen, dass die Anzahl der Krankenhäuser in Deutschland wesentlich geringer ist als noch vor 30 Jahren. Neben der Anzahl der Krankenhäuser sinken also auch die Anzahl der Betten und Belegungstage, wobei es doch einen Anstieg der Fälle zu beobachten gibt. Auch die durchschnittliche Verweildauer (VWD) und die durchschnittliche Bettenauslastung sinken. Daran erkennen wir den bereits beschriebenen Trend “ambulant vor stationär”. Das birgt natürlich einige Risiken mit sich, die unter Gesundheitsökonomen als “Drehtüreneffekt” beschrieben werden. Das bedeutet, dass die Patienten aufgrund der frühen Entlassung schneller wieder im Krankenhaus aufgenommen werden. (Schreibt es in die Kommentare, wenn Ihr mehr dazu wissen wollt.)




Quelle: destatis.de


Ein weiterer Trend der sich im deutschen Gesundheitssystem abzeichnen lässt, ist die Privatisierung der Krankenhäuser. Mehr dazu erfahrt Ihr in unserem nächsten Blogbeitrag “Krankenhausträger”.

Wir wünschen Euch viel Erfolg bei der Vorbereitung auf eure Karriere in Deutschland.


Euer ärztesprech




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